Bernd Szarkowski-Tegtmeier Blog

200. Geburtstag des Mathematikers George Boole

Bernd Szarkowski-Tegtmeier  2 November 2015 09:00:00
Google erinnert heute mit einem Doodle an den 200. Geburtstag von George Boole. Der in Lincoln, Enland geborene Mathematiker lieferte die theoretischen Grundlagen für die Computertechnik und ist auch Namensgeber des Datentyps "Boolean". Ich erinnere mich noch gut an so manche Vorlesung. Die Theorie von "True & False" ist umfangreicher, als man denkt. Sie macht aber auch Spaß, wenn man sich damit beschäftigt und man merkt, was alles möglich ist.

Hier ist mal eine kleine Einführung:


Sturheit gehört zum Westfalen – eine zeitlose Geschichte im Sommerloch-Blogpost

Bernd Szarkowski-Tegtmeier  17 August 2014 01:00:00
Wenn man sich auf eines verlassen kann, dann ist es das Sommerloch. Es kommt jedes Jahr sehr zuverlässig und bleibt ein paar Wochen. Und das ist auch gut so. Es ist Urlaubszeit und alles ist etwas entschleunigt. Besonders freue ich mich aber in dieser Zeit auf die „Lückenfüller-Meldungen“ in den Zeitungen, die zwar grundsätzlich belanglos sind, aber durchaus amüsant sein können. Ja, hin und wieder nehme ich gern Papier und die Hand, auch wenn das oldschool ist.

Lückenfüller bedeutet, dass die Anzahl der zur Verfügung stehenden „wichtigen“ Meldungen nicht ausreicht, um eine Zeitung zu füllen. Ein ganz natürliches Phänomen. Und das kommt im Sommerloch so oft vor, dass man diese Texte regelmäßig aufspüren kann. Zugegeben mit etwas Argwohn freut man sich regelrecht darauf. Und man möchte sagen: Das ist schon immer so gewesen – solange es Printmedien gibt.

Im Netz gibt es so etwas auch, jedoch aus anderen Beweggründen. Schließlich entstehen dort ja gar keine Lücken. Die trotzdem ehr inflationäre Menge an - nennen wir sie - Online-Lückenfüllern im Sommerloch sind einzig dazu da, um Traffic zu generieren; also Geld zu verdienen. Und man kommt im Netz sehr einfach an solche Füller. Da wird schnell kopiert, was irgendein Vogel gerade gezwitschert hat. Dann werden Schlagwörter aufbereitet und ein Intro davor geschrieben, das die Sache etwas dramatisiert. Eine nicht unbedingt positive Entwicklung, die die klassischen Beispiele hoffentlich nie verdrängen wird.

In diesem Zusammenhang erzähle ich heute von einer Sommerloch-Geschichte aus den 1950er Jahren. Der Artikel stand heute vor genau 55 Jahren in dem Tageblatt Freie Presse und ist einer der sehr wenigen, die man durchaus als zeitlos bezeichnen kann.

Aber der Reihe nach. Vor einigen Jahren fand ich bei Renovierungsarbeiten ein paar alte Zeitungen. Mit dabei waren diverse Teile der Freien Presse, einer der Vorläufer der Neuen Westfälischen. Ich hob sie mir natürlich auf. Allesamt stammen sie aus dem (tiefsten Sommerloch im)  August 1959 – sie werden also in diesen Tagen 55 Jahre alt. Nachdem ich die Blätter in gewohnter Manier durchstöbert hatte, fiel mir sofort dieser klassische Sommerloch-Artikel auf, der aufgrund eines Schnappschusses in Bielefeld-Milse entstanden ist.

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Ledeburs Geschichte der Sparrenburg vor dem Turmbau 1842 - Eine Buchempfehlung

Bernd Szarkowski-Tegtmeier  12 July 2014 12:00:00
Was lange währt wird endlich gut! Monatelang war Bielefelds Wahrzeichen, der Turm der Sparrenburg, verhüllt. Selbst zum offiziellen 800jährigen Jubiläum der Stadt, dem NRW-Tag 2014, hielt man ihn aus (baulichen) Sicherheitsgründen bedeckt. Jetzt gerade fallen die Hüllen und daher lohnt es sich, einmal auf ein Schriftstück hinzuweisen, das kurz vor der Erbauung des Turms verfasst wurde.


Geschichte der vormaligen Burg und Festung Sparenberg - Buch

Meine Buchempfehlung ist deshalb die „Geschichte der vormaligen Burg und Festung Sparenberg“ vom Historiker Leopold von Ledebur. Er widmete dieses Werk seinem Onkel Ludwig von Ledebur zu dessen 50. Dienstjubiläum beim Militär. Ludwig hatte einige Jahre seines Lebens bei Verwandten in Schildesche gelebt.


Geschichte der vormaligen Burg und Festung Sparenberg - Titel

Das Werk erschien im Jahr 1842, inmitten der Spätromantik kurz bevor der Bau des Turms begann. Die „Burg Sparenberg“ gehörte noch dem Preußischen Staat. In dieser Zeit hatten Burganlagen ihre militärische Bedeutung verloren und waren jetzt „romantische Orte“.  Der Turm wurde nach damaligen zeitgemäßen Vorstellungen entworfen und hat daher seine Vorbilder ehr in Märchen, als in Festungsanlagen. Zuvor war der Turm wesentlich flacher und unspektakulär. Die Sparrenburg selbst ist in etwa so alt wie die Stadt Bielefeld. Experten streiten sich seit Jahrzehnten darüber, ob nun die Burg oder die Stadt älter ist. Das lässt sich urkundlich nicht eindeutig ergründen.

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Ein Mythos der Computertechnik geht zu Ende: 2.5, 3.5 und 5.25 Zoll sind bald Geschichte

Bernd Szarkowski-Tegtmeier  11 November 2013 21:20:48
Ein Mythos muss heute einmal aufgeklärt werden. Wer kennt sie nicht, die heute gebräuchlichen Standardmaße wie z.B. 3.5 Zoll, wenn es um aktuelle mechanische Festplatten geht? Oder auch 5.25 Zoll bei Blu-Ray Laufwerken. Wer sich mit der Technik ansatzweise auskennt, der kann diese Angaben schnell zuordnen. Es geht um den genormten sogenannten "Formfaktor".

Es ist allerdings ein Irrglaube wenn man meint, dass es sich dabei um die Breite des jeweiligen Gerätes handelt. Misst man mal genau bei einer 3.5 Zoll Festplatte nach, dann kommt man auf eine Breite 101,6mm – und das entspricht exakt 4 Zoll! Bei einem angeblich 5.25 Zoll breiten DVD-Laufwerk sind es 146mm, was 5.75 Zoll entspricht. Dahinter steckt, dass sich die bekannten Zollangaben immer auf den Durchmesser des rotierenden Datenträgers beziehen, der sich im Inneren befindet. Besonders anschaulich wird das, wenn man sich eine 3.5 Zoll Diskette vor das geistige Auge hält. Das Disketten-Laufwerk ist genau so breit, wie eine 3.5 Zoll Festplatte. Es passt also in denselben Slot. Es ist aber ein bisschen breiter als die Diskette selbst, denn anders wäre es technisch wohl schwer möglich, einen 3.5 Zoll breiten Schlitz für die Diskette darin unterzubringen.
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Eine Not-Goldmark aus Bielefeld und ihre Geschichte

Bernd Szarkowski-Tegtmeier  2 June 2013 14:30:00
Meine Heimatstadt Bielefeld hat in der Vergangenheit eine bewegte Geschichte durchlebt und natürlich auch geschrieben. Aus der einstigen Hauptstadt der Grafschaft Ravensberg wurde im 19. Jahrhundert ein industrieller Standort, eine Hochburg des Handels und auch ein beliebtes Urlaubsziel. Die Weltkriege haben Bielefeld aber auch getroffen und sein Gesicht nochmal komplett verändert. Aus diesen einzelnen Epochen sind immer wieder kleine Überbleibsel hervor gegangen, die man heute noch finden kann - wenn man genau hin schaut!

Ein gutes Beispiel dafür ist eine Not-Goldmark Münze der Stadtsparkasse Bielefeld, die ab Ende 1923 in verschiedenen Material-Ausführungen als Spenden-Medaille zu Gunsten der Bevölkerung des von Frankreich und Belgien besetzten Ruhrgebietes verkauft wurde. Es gibt sie in Messing, vergoldeter Bronze und - ganz selten - auch aus massivem Silber. Mit einem Durchmesser von 31,75mm ist sie deutlich größer als eine 2€ Münze. Die Not-Goldmark war ab 1923 als Nachfolger der durch die Hyperinflation entwerteten Mark fest an den US-Dollar gekoppelt und sollte so Stabilität herstellen. Über das Bielefelder Notgeld allgemein habe ich ja bereits an anderer Stelle geschrieben.

Bielefelder Michel Gesamtansicht
Vorder- und Rückansicht der Medaille


Fachkundige werden jetzt wissen, dass es sehr viele alte Münzen aus Bielefeld und Umgebung gibt, die auch alle in einschlägigen Katalogen registriert sind [1]. Diese Medaille sticht aber schon aus der Masse heraus, da sie nicht nur handwerklich, sondern auch inhaltlich eine der hochwertigsten Notgeldmünzen ist, die je hergestellt wurden. In Sammlerkreisen wird sie auch "Bielefelder Michel" genannt. Kopf- und Zahlseite, wie wir es heute gewohnt sind, gibt es nicht wirklich. Viel mehr werden beide Seiten genutzt, um jeweils ein Thema darzustellen. Da tritt der Wert der Münze, die Zahl  "1", ehr in den Hintergrund, so dass sie erst auf den zweiten Blick ins Auge fällt. Ich nenne diese Seite hier aber trotzdem "Zahlseite", die Kehrseite nenne ich "Rückseite".
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Der Wirt von Bielefeld

Bernd Szarkowski-Tegtmeier  27 February 2013 20:50:08
Ein geflügeltes Wort in den letzten beiden Jahrhunderten war der Ausspruch "Er geht mit wie der Wirt von Bielefeld" (oder auch "Hei geit met as de Wed van Bielefeld" ). Der eine oder andere wird diesen Satz schon einmal gehört haben. Aber was genau ist damit gemeint?

Er geht auf eine Sage zurück. Sagen haben immer Märchencharakter, unterscheiden sich von ihnen jedoch immer in einem wesentlichen Punkt: Sie sind ortsbezogen während Märchen ehr heimatlos sind. Und Sagen haben meist eine alleinstehende kurze Handlung und bestehen teilweise nur aus drei Sätzen. Es gibt z.B. eine Sage über die Entstehung des ersten Westfalen, der als kräftiger und ruppiger Zeitgenosse aus einem Erdklumpen entstand. Auf plattdeutsch gibt es auch eine Geschichte über den "Schmied von Bielefeld" und von den berühmten "Riesen auf dem Teutoburger Walde" hat man ja auch schon mal gehört.

Nun ist mir ein Buch in die Hände gefallen, aus dem ich die Geschichte vom Bielefelder Wirt einmal zitiere. Das Werk trägt den Titel "Sagen aus Rheinland und Westfalen" und ist 1902 als Jugendbuch erschienen. Deshalb ist es wohl auch auf hochdeutsch verfasst. Am Ende der Geschichte wird nicht nur der Sinn des Ausspruchs klar, sondern auch aufgelöst, in welchen anderen er sich heute verwandelt hat.

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Eine Zukunftsvision aus dem Jahr 1921 - Bielefelder Notgeld nach 80 Jahren

Bernd Szarkowski-Tegtmeier  3 December 2012 10:14:28
Beim Schmökern in antiquierten Büchern bin ich auf einen lesenswerten Artikel gestoßen, den ich in diesem Blog-Post einmal zitiere. Er passt besonders in die "besinnliche Jahreszeit", in der man sich oft an beschwerliche frühere Zeiten erinnert und sich darüber freut, wie gut sich unsere Gesellschaft in den Jahren entwickelt hat. Dieser Text ist allerdings etwas Besonderes, weil er genau umgekehrt entstanden ist: Der Autor hat eine Zukunftsvision in einer Zeit aufgeschrieben, in der gerade der erste Weltkrieg überstanden war. Er malt dabei sich und seiner Umwelt eine bessere Zukunft aus, ohne zu ahnen, dass ein zweiter Weltkrieg noch viel schlimmeres Leid bringen wird. Diesen zweiten Weltkrieg wird er selbst noch erleben.

Das Textfundstück, das im Jahr 1921 in einer Sonderausgabe der Zeitschrift "Niedersachsen" anlässlich der Feierlichkeiten zum 700jährigen Bestehens der Stadt Bielefeld veröffentlicht wurde, enthält neben viel Hoffnung auch eine gehörige Portion westfälischem Humors. Aber auch Patriotismus und Wut sind enthalten, was angesichts der bitteren Lage auch verständlich ist. Das alles ist eine sehr pikante Kombination, die unterm Strich verdeutlicht, dass Humor immer noch das beste Mittel ist, schwierige Zeiten mental gestärkt zu überstehen.

Der Verfasser des Artikels ist Paul Hanke, der von 1870 bis 1945 gelebt hat und bis zum Jahr 1925 Direktor der Sparkasse Bielefeld war. Er ist damit einer der Väter des Bielefelder Notgeldes, welches er für die Sonderausgabe der erwähnten Zeitschrift ausführlich beschreibt. Das Bielefelder Notgeld hat bei Sammlern eine gewisse Berühmtheit erlangt, wenn auch nicht in dem Maße, wie Paul Hanke sich das wohl ausgemalt hat. Der Grund dafür ist die Gestaltung der Banknoten, die von lokal ansässigen Künstlern, einigen Manufakturen und auch anderen Bürgern der Stadt geschaffen wurde. Auf den Geldscheinen werden größtenteils Geschichten und Istzustände des gesellschaftlichen Lebens in Bielefeld um 1920 festgehalten. Die meisten Aussagen sind nachprüfbar und geben einen guten Einblick in die damalige Zeit. Ein paar Anekdoten sind aber auch dabei, bei denen ich persönlich von einem hohen Wahrheitsgehalt ausgehe, da zu der besagten Zeit noch Zeitzeugen lebten.

Der Hintergedanke Paul Hankes bei der Schaffung dieser Banknoten war ganz klar die Erhaltung der aktuellen (Not-) Lage und des Zeitgeschehens, sowie einiger geschichtlicher Ereignisse der Stadt für die Nachwelt. Er hat sich sicherlich auch deshalb für die Schreibweise als Zukunftsvision entschieden, um seinen Artikel genau diesen Gedanken mitzugeben. Ich empfehle, sich beim Lesen Zeit zu nehmen und sich zuvor gedanklich in das Jahr 1921 zu versetzen. Der Text ist gespickt mit reichlich Informationen, die teilweise erst bei der zweiten Durchsicht auffallen. Oftmals muss der Leser zwischen Tatsachen und Visionen unterscheiden. So prophezeit Hanke z.B. Karl Muggly ein sehr, sehr langes Leben von 115 Jahren. Am Kesselbrink sieht er zukünftig die Stadthalle stehen und die Bielefelder Scherenschnitte sollen Weltruhm erlangen und ein Industriezweig werden. Wir lernen darüber hinaus die Assoziation von Carl Severing mit bockspringenden Soldaten kennen und wissen mehr über das Wetterhäuschen am Oberntor, das viele ältere Einwohner heute noch in Erinnerung haben. Wenn man einwenig über den Tellerrand hinweg einen Blick auf weitere, hier im Text nicht erwähnte, Notgeldscheine wirft, wird schnell klar, dass das Gesamtwerk aller beteiligten einen großen Schatz für Heimatforscher darstellt. Die Notgeldscheine selbst sind genau so mit Informationen übersät, wie der vorliegende Artikel. Eine Lupe sollte man deshalb beim Betrachten der Scheine zur Hand haben.

Jetzt aber zum Artikel: Der Text ist unverändert und vollständig, jedoch mit Links, Querverweisen und Bildern ergänzt. Der Plattdeutsche Teil ist etwas schwierig zu lesen; es handelt sich dabei um eine Abwandlung plattdeutschen Märchens „Dat Schmidken van Bielefeld“ („Der Schmied von Bielefeld“). Im Original geht dieser einen Pakt mit dem Teufel ein - in dieser Modifikation geht es natürlich ums Bielefelder Notgeld. Ergänzende Infos sind herzlich willkommen! Und nun wünsche ich viel Spaß bei der jetzt folgenden Zeitreise!

Bielefelder Notgeld nach 80 Jahren

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Anweisung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm, Markgraf von Brandenburg zur Taufe 1651

Bernd Szarkowski-Tegtmeier  19 November 2012 21:00:00
Anlässlich der Taufe meines Ältesten habe ich gestern einen Text vorgelesen, der mir zufällig kurz zuvor aufgefallen ist. Er handelt unter Anderem von der Kindstaufe, daher passte er - wie man so schön sagt - wie die Faust aufs Auge. Der Text befindet sich im dritten Teil einer Buchserie mit dem Titel "Ravensbergische Merckwürdigkeiten", das im Jahr 1752 von Ernst Albrecht Friedrich Culemann verfasst wurde. In ihm sind vielerlei Urkunden der Stadt Bielefeld zusammengetragen. Das Wort "Merckwürdigkeiten" hat sich in der Zeit nicht nur in der Schreibweise, sondern auch sinngemäß gewandelt und muss hier im Sinne von "Dinge, die es würdig sind, sich zu merken" verstanden werden.

Dieses Buch kann man aufgrund seines Alters an verschiedenen Stellen per Download frei beziehen, so z. B. in der Bayrischen Staatsbibliothek. Den besagten Text findet man ab der Seite 107 ff. Es ist eine Anweisung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm, Markgraf von Brandenburg an den Bürgermeister und den Rat der Stadt Bielefeld. Der Kurfürst ist in dieser Zeit praktisch der Herrscher in diesem Gebiet. Gleichzeitig hat er eine sehr enge Beziehung zu Bielefeld und ist auch oft und gern Gast auf der Sparrenburg. Und so missfallen ihm die "unchristlichen Zustände" in dieser Stadt nach dem 30jährigen Krieg. Also verfasst er am 08.04.1651, drei Jahre nach Kriegsende, diese umfassende Erweiterung bestehender Regeln. Er gibt sie sodann an den Bürgermeister der Stadt weiter, damit dieser die Regeln publiziert. Sein Problem mit den Istzuständen bringt er dabei bereits in der Einleitung schonungslos auf den Punkt. Es folgen 10 Kapitel, die diverse Themen rund um Fest- Feier- und Sonntage und im Speziellen auch Hochzeiten, Kirchgängen, Taufen und auch Beerdigungen behandeln. In meinem kleinen Vortrag habe ich mich natürlich nur mit der Einleitung und dem 8. Kapitel befasst, in dem es um die Taufe geht. Diesen Teil des Textes habe ich heute digitalisiert und hier einmal angefügt.

Der Text ist aus heutiger Sicht sehr holprig formuliert und einige Wörter sind enthalten, die heute nicht mehr bekannt sind. Ferner ist Rechtschreibung damals noch kein Thema gewesen und so findet man z.B. an vielen Stellen, an denen man heute ein "i" setzen würde, stattdessen ein "y" u.s.w.. Daher bedarf er an manchen Stellen Erklärungen, die ich in Klammern eingefügt habe. Es ist schon eine kleine Herausforderung, das von Frakturschrift vorzutragen und wenn man mich jetzt fragt, warum ich so etwas mache, kann ich ganz klar erwidern: "Ich habs halt gemacht." ;-)

Ab hier folgt jetzt das Zitat aus "Ravensbergische Merckwürdigkeiten"
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Rundgang und Ausflüge in und um Bielefeld im Jahr 1919

Bernd Szarkowski-Tegtmeier  21 September 2012 22:00:00
Ein schönes Fundstück ist ein alter Stadtführer, der im Jahre 1919 vom "Öffentlichen Verkehrsbuerau" der Stadt Bielefeld herausgegeben wurde. Dies befand sich damals in der Lützowstr. 18 (der heutigen Karl-Eilers-Straße) [Karte] zusammen mit der Bielefelder Schreibstube (eine Art Ur-Copyshop) in unmittelbarer Nachbarschaft des Volkswacht-Gebäudes (Arndtstraße). In diesem Heft werden Reisende nicht nur über die Geschichte der Stadt informiert, sondern auch auf Sehenswürdigkeiten hingewiesen und zum Einkaufsbummel animiert. Besonders interessant sind der beschriebene Rundgang durch Bielefeld und auch die angepriesenen Ausflüge. Es ist praktisch ein Blick in das Bielefeld des frühen 20. Jahrhunderts, der deutlich macht, dass vieles verschwunden oder vollkommen anders ist aber anderes auch die lange Zeit überdauert hat. Ich habe diese zwei Abschnitte deshalb unverändert digitalisiert und mit Querverweisen etwas aufbereitet. Die enthaltenen Bilder sind nicht Teil der digitalisierten Textpassagen und deshalb auch separat mit Quellenhinweisen versehen. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen - und natürlich beim Wandern!

Ach ja, damit kein Mißverständnis auftritt: Ich animiere hier zu selbst organisierten Touren, indem ich aus dem Stadtführer zitiere. Dies ist kein kommerzielles Angebot!

Kleiner Führer durch Bielefeld


Rundgang durch die Stadt und Sehenswürdigkeiten
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Hauptbahnhof, Düppelstrasse, Herforder Strasse, Post- und Reichsbank an letzterer, Jahnplatz, Schillerplatz mit Bismarck-Denkmal, Neues Rathaus mit Theater, Rathaushof, Ratskeller, Glasmalereien im Rathause, Besichtigung der Sitzungssäle unter Führung des Ratsdieners. Hierauf durch die Rathausstrasse zur Niedernstrasse, Altstädter Kirche, berühmtes Altarbild, neben der Kirche schöner Platz mit dem Denkmal des „Leineweber", sodann zur Obernstrasse, Crüwellhaus, schöner alter Giebel. Oberntorwall, Krieger-Denkmal, in unmittelbarer Nähe Gymnasium und Stadtgarten mit Museum [1], Von hier wendet man sich über Koblenzer- und Sparenbergstrasse [2] zur Burg Sparenberg (unterirdische Bauten, Museum, Denkmal des Grossen Kurfürsten, herrlicher Rundblick vom Turm). Abstieg durch die Spiegelstrasse, Kreuzstrasse mit alten schönen Giebeln und altadeligem Hof, Inneres der Neustädter Kirche, mit Grabdenkmälern der Grafen Otto III. und Wilhelm von Ravensberg und deren Gemahlinnen, sowie des Drosten des Sparenbergs, Otto von der Oye [3]. Hierauf wendet man sich über Nebelswall, Werther Strasse und Hochstrasse zum Johannisberg; prachtvoller Fernblick bis zum Hermannsdenkmal, Gesellschaftsräume der Schützengesellschaft, weite gärtnerische Anlagen. An der Dornberger Straße das Bauernhaus des historischen Vereins (Teil des städtischen Museums) besuchen. Im Johannistal idyllisch gelegener Stauweiher, dahinter große Waldspielplätze. Am Ausgang des Johannistals liegt der alte Johannisfriedhof mit Grabdenkmal Hinzpeters, (der Erzieher Kaiser Wilhelms II.). In unmittelbarer Nähe des Johannisfriedhofs der städtische Botanische Garten, eine entzückende Anlage mit romantischem Hintergrund.
Ausserhalb der Stadt sind zur Besichtigung zu empfehlen die naheliegenden Bodelschwingh’schen Anstalten in Bethel mit Kirche und Krankenhäuser in bergigem Waldgelände. Die einzigartige Anlage des Sennefriedhofes bei Brackwede. Teutoburger Wald-Erholungsheim, eine halbe Stunde von der Stadt südöstlich, Hünenburg und Dreikaiserturm, dreiviertel Stunden von der Stadt in nordwestlicher Richtung (Wälle einer Germanenfeste, Fernblick vom Dreikaiserturm [Karte]).

Spaziergänge und Ausflüge
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Die Krönung der Top Flops im PC69

Bernd Szarkowski-Tegtmeier  24 September 2010 09:44:11
Immer noch etwas endorphinbelastet vom gestrigen genialen Alien Sex Fiend - Konzert widme ich mich heute einem ganz anderem Thema. Ich gehe der Frage nach, was denn eigentlich die schlimmsten und nervigsten Songs waren, die früher im PC69 liefen. Ein scheinbar regelrechtes Kontrastthema zu allen anderen Diskussionen, die in einigen Netzwerken derzeit laufen. Und doch liegt es gar nicht so fern, denn Schönheit liegt im Ohr des Zuhörers und all die laufenden Gespräche über die programmatische Gestaltung des PC69-Revivals sind geprägt von subjektiven Meinungen. Streng genommen müsste man ja auch diese Dinge mit ins Programm einbauen, aber darum geht es ja zum Glück bei einem Revival nicht - dafür gibt es bekanntlich "Trash Cult"- Parties.

Interessant ist daran vor allem, dass man sich wie so oft im Leben besser an die positiven Dinge erinnert, als an die negativen. Und spannend ist die Frage, welcher Song ist so "schlimm", dass man sich trotz alledem noch gut an ihn erinnert. Deshalb nenne ich diesen Post bewusst die "Krönung der Top Flops". Es ist keine Verurteilung oder gar eine Kritik an irgendwelchen DJ-Kollegen, die das einmal aufgelegt haben. Es ist die simple Anerkennung dessen, das diese Songs es geschafft haben, sich in meinen Kopf einzubrennen, obwohl mein persönlicher Geschmack zu 100% inkompatibel ist.

Die Initialzündung zu diesem Thema kam mir bei der Durchsicht meiner Tonträger, für die ich mir in der Vorbereitung zum Revival etwas Zeit genommen habe. Plötzlich fallen einem diese Platten wieder in die Hand und man verbindet auch hier wieder Erinnerungen ans PC69. Es bleiben aber - wenn man die oben erwähnten Maßstäbe ansetzt - nur eine Hand voll Songs übrig. Grund genug sie hier einmal vorzustellen.


Platz 3: Kris Kross - Jump

Kris Kross - Jump

Mittwochs oder Samstags kam man in den Genuss, dies zu hören. Zu der Zeit habe ich keinen gekannt, der das mochte. Zur Ehrenrettung muss man aber sagen, dass die Tanzfläche nicht wirklich leer war. Aber es kommt noch schlimmer...

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